Striezelmarkt Dresden – We have no Christmas market in Dresden this year, you know why! (pixabay.com)

Can one at all write about it? Have not everything to jubilate, when the feast of the feasts, when the arrival of the Messiah is just around the corner? 30 years later he will put this in a claim, by moving like a king on a donkey with a Don-Quichote-like attitude to Jerusalem. But we are not there yet. The child. Helpless on mother’s breast, crying, extradited to the humans. In swaddling clothes. Science says, an infant would have fantasies of omnipotence, would believe himself as the center of the universe. With him, it would actually be right!

Today I was at the Christmas market on the Neumarkt. A beautiful Christmas market in the style of the Twenties. A life-size manger, fenced, their life-size figures were made of papier mache. Many poses for photographs in front of it. “Do not feed!” hangs at the fence. Somehow they try to be funny these days. Anything else but raising religious feelings.

It seems to me that I would try to write these royal days – Christmas! – nice to me. That’s it: Christmas! Feast of the feasts, cause of causeless joy. But it is different. I talk to a lot of people, to whom it is the same. For me the manger is broken down like a house of cards. To much that calls itself life separates me from the Christmas feeling of my childhood.

It’s nothing new to me, that in the time before Christmas I go like an old man through the days, paralyzed by something, what I cannot describe in more details – and here I don’t want. Like a shadow of emotions, which makes me more vulnerable than usual. That aren’t specifically backwards thoughts, which bathe in the sun of the past. It’s like the feeling as somebody would stand behind you. You turn around and there is nobody. Phantom pain.

But then, I hope it will be the same this year like in the years before, either by a text which I write by myself or by a short moment, which comes out of the blue sky on the holidays, my heart opens up. I become touched inside and Christmas makes sense to me. (2016)

(Volker Schunck)

It was interesting to me to read my old Christmas experiences from 2016 again. The described emotions have changed this year, maybe due to Covid-19 or simply due to the fact that people are changing, I don’t feel that strong as described anymore. Reading this now it sounds to me a little dramatic.


Kann man überhaupt darüber schreiben? Muss nicht alles himmelhoch jauchzen, wenn das Fest der Feste, wenn die Ankunft des Messias kurz vor der Tür steht? 30 Jahre später wird er diesen Anspruch für sich geltend machen, indem er wie ein König mit Don-Quichote-hafter Attitude auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Aber so weit sind wir noch nicht. Das Kind. Hilflos an der Mutterbrust, schreiend den Menschen ausgeliefert. In Windeln. Die Wissenschaft sagt, Kleinkinder hätten Allmachtsfantasien, würden sich für das Zentrum des Universums halten. Bei ihm würde es ja tatsächlich stimmen!

Ich war heute auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt. Ein schöner Weihnachtsmarkt im Stil der 1920er Jahre. Eine lebensgroße Krippe, die umzäunt war, deren lebensgroßen Figuren aus Pappmache bestehen. Viele haben sich davor fotografieren lassen. “Füttern verboten!” stand auf einem Schild am Zaun. Irgendwie versucht man witzig zu sein in diesen Tagen, nur ja keine religiösen Gefühle aufkommen lassen.

Mir kommt es so vor, als versuchte ich mir diese königlichen Feiertage  – Weihnachten! – schön zu schreiben. Als ob ich mir extra sagen müsste, das ist es: Weihnachten! Das Fest der Feste, Grund zur grundlosen Freude. Aber es ist anders. Ich spreche mit vielen, denen es ähnlich geht. Die Krippe ist für mich wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Zu viel, was sich Leben nennt, trennt mich von dem Weihnachtsgefühl meiner Kindheit.

Es ist für mich nichts Neues, dass ich in der Zeit vor Weihnachten schwer wie ein alter Mann durch die Tage gehe, gelähmt von etwas, was ich gar nicht näher beschreiben kann – und hier nicht will. Wie ein Schatten aus Emotionen, der mich in dieser Zeit verletzlicher macht als sonst. Es sind gar keine besonderen Gedanken, die sich rückwärtsgewandt im Licht der Vergangenheit sonnen. So wie das Gefühl, als ob da jemand hinter einem stünde. Man dreht sich um und da ist niemand. Phantomschmerz.

Aber dann, ich hoffe darauf, dass es in diesem Jahr wieder so sein wird wie in den letzten Jahren, entweder durch einen Text, den ich selber schreibe, oder durch einen kurzen Augenblick, der an den Feiertagen wie aus heiterem Himmel über mich kommen wird, öffnet sich mein Herz. Ich werde innerlich angerührt und Weihnachten bekommt für mich Sinn. (2016)

(Volker Schunck)

Es war für mich interessant meine alten Weihnachtserfahrungen von 2016 wieder zu lesen. Die beschriebenen Gefühle haben sich dieses Jahr geändert, vielleicht wegen Corona, oder einfach der Tatsache geschuldet, dass sich Menschen verändern. Ich fühle nicht mehr so stark wie beschrieben. Das jetzt zu lesen, klingt für mich ein bisschen dramatisch.

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